Die alte Ziegelfabrik

 

Lost Places versprühen oft den unnachahmlichen Charme der Vergangenheit, doch sie sind ebenso faszinierend wie gefährlich. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist dieser Gebäudekomplex, dessen Anfänge bis in das Jahr 1889 zurückreichen. Schon von weitem konnten wir auf dem Brückenabschnitt den markanten Schornstein entdecken, der uns den Weg zum Ziel wies.

Die Erkundung vor Ort war nichts für Unvorsichtige. Die Anlage ist unfallträchtig und schadstoffbelastet; die Böden sind teilweise aufgerissen, Schutt liegt überall herum und die Installationen wurden weitgehend entfernt. Dennoch bot das Gelände faszinierende Motive für unsere Kameras – ein typischer „Lost Place“, der heute als Leinwand für Street Art dient. Besonders der Waschbär, den wir dort entdeckten, zeigt, wie Graffiti die tristen Wände in eine marode Galerie verwandeln kann.

In einigen Räumen erzeugte das Spiel von Licht und Schatten eine fast sakrale, aber auch melancholische Stimmung. Trotz der industriellen Altlasten bleibt die Ziegelei eine massive Hülle aus Backstein, an der sich der unaufhaltsame Verfall der einstigen Schwerindustrie beobachten lässt.

 

 

 

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