Die Papierfabrik

 

Einhundert Jahre lang wurde hier Papier produziert, doch seit der Pleite vor zwei Jahrzehnten steht alles still. Da der aktuelle Eigentümer die Gebäude ohne Sicherung stehen lässt, gleicht die Anlage heute einem ausgeweideten Industriedenkmal, in dem man den Zerfall förmlich greifen kann.

Unsere Erkundung war ein purer Glücksfall. Zuerst dachten wir, der Komplex sei vollkommen abgeriegelt. Dann folgte mein Freund jedoch einer Gruppe kleiner Entchen, die auf dem Flusslauf direkt zum Fabrikeingang schwammen – ein fast schon absurder Wegweiser. Als wir auf einer Brücke plötzlich entdeckten, dass eine Überwachungskamera direkt auf uns zielte, gab es nur noch eine Richtung: Flucht nach vorne und rein in die Hallen.

In der Szene gilt dieser Ort als extrem heikel, da der Besitzer jeden Eindringling sofort anzeigt und rigoros durchgreift. Wir hatten jedoch riesiges Glück. Den Hund, vor dem uns andere gewarnt hatten, hörten wir erst von weitem bellen, als wir das Areal bereits wieder verließen. Trotz des Risikos und der Warnungen war dieser Besuch atemberaubend. Wir sind stolz darauf, die gewaltige Architektur dieser Anlage ohne Zwischenfälle dokumentiert zu haben.