Ausgetanzt

 

Dieser massive Komplex wirkte schon von außen wie ein tonnenschwerer Klotz. Wir haben uns durch die Hallen gearbeitet, in denen früher Ateliers, Werkstätten und eine Spielhalle untergebracht waren – heute steht hier alles komplett leer. Als wir leise in die obere Etage gelangten, hielten wir an einem alten Schild: Es markierte das Tanzstudio, das hier jahrelang der Mittelpunkt war, bevor endgültig Schluss war.

Wir blieben an den großen Fenstern stehen und ließen den Blick über das Gelände schweifen. Im Treppenhaus stießen wir dann auf ein Detail, das dort eigentlich gar nicht mehr reinpasste: Ein buntes Glasfenster, das die ganze Zerstörungswut unbeschadet überstanden hat. Das einfallende Licht färbte die Trümmer um uns herum ein und bildete einen extremen Kontrast zu der Verwüstung in den Fluren.

Überall knirschten Scherben unter unseren Schuhen und wir standen vor vernagelten Fensterfronten. Die Szenerie hielten wir mit der Kamera fest; man sieht sofort, dass hier so schnell kein Leben mehr einkehren wird.