Château de Ferrières
Das zwischen 1775 und 1789 auf den Fundamenten einer noch älteren Festung errichtete Château de Ferrières liegt verborgen in der Gemeinde Sérignac. Dieses historische Steinensemble atmet Geschichte aus jedem Winkel, doch die „Eroberung“ dieses Ortes war alles andere als einfach.
Der Weg zum Schloss entpuppte sich als echtes Hindernis. Zuerst folgten wir einem Pfad, bis wir schließlich an einer steilen Böschung landeten. Während mein Freund flink wie ein Wiesel nach oben verschwand und plötzlich nicht mehr zu sehen war, kämpfte ich mich japsend hinterher – inklusive einer schmerzhaften Begegnung mit Brombeerranken, die meine Hände „eingekuschelt“ hatten. Doch als wir schließlich über eine Mauer kletterten, öffnete sich das gesamte Panorama wie ein Vorhang im Theater: Vor uns lag das prachtvolle französische Landschloss.
Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus. Besonders beeindruckend war die meisterhafte Steinmetzarbeit des Rundturms. Das Efeu hat das Gebäude bereits fest im Griff und wächst sogar unter den Fensterrahmen hindurch. Im Inneren entdeckten wir eine Welt der „eingefrorenen Zeit“: Fotos, Bücher und diverses Keramikgeschirr lagen noch in den Räumen.
Besonders der Salon mit seiner Symmetrie und den hohen Rundbogen-Fenstertüren, die direkt in den verwilderten Garten führen, blieb uns in Erinnerung. Die herrschaftlichen Ledersessel und der Couchtisch wirkten in dem heruntergekommenen Saal wie ein vergessenes Bühnenbild. Über zwei Stunden verbrachten wir dort, während unsere Finger am Kameraauslöser regelrecht glühten. Die Kombination aus nobler Architektur, persönlichen Artefakten und dem massiven Verfall machte diesen Ort zu einem fotografischen Juwel. Es war einfach wunderschön.