Das alte Zechengelände

 

Das Bergwerk Simon zählt zu den bedeutendsten Kohlebergwerken Lothringens und prägt bis heute das Bild der Gemeinde Forbach. Über 90 Jahre lang war dieser Ort ein Zentrum der Energie: Von 1907 bis zur Stilllegung im Jahr 1997 wurde hier in insgesamt fünf Schächten Kohle gefördert. Für uns war die Anlage ein herausragendes Beispiel für industrielle Prachtbauten, die nach ihrem Ende dem Verfall preisgegeben wurden. Besonders die Kombination aus monumentaler Architektur und der filigranen Technik der Schaltwarte macht diesen Ort zu einem Juwel für jeden Lost-Place-Fotografen.

Der Zugang zum Gelände war für uns ein Leichtes. Wir hatten alle Zeit der Welt, konnten alles in Ruhe erkunden und waren von der voluminösen Anlage regelrecht geflasht. Die andächtigen Bilder der riesigen Hallen und technischen Details brannten sich tief in unser Gedächtnis ein.

Doch der Rückweg zum Auto brachte noch einmal eine ordentliche Portion Adrenalin mit sich. Wir beobachteten von Weitem eine Gruppe schwarz gekleideter Personen. Da wir nicht einschätzen konnten, ob es sich um andere Urbexer oder die Security handelte, gingen wir auf Nummer sicher. Wir rannten einen weiten Umweg und schlichen geduckt in den Böschungen parallel an ihnen vorbei, bis wir sicher am Fahrzeug ankamen. Es war ein spannender Tag, der mit einer perfekten Mischung aus faszinierender Erkundung und einem letzten Nervenkitzel endete.