Der Skulpturenpark
Manchmal beginnt ein Urbex-Ausflug ganz anders als gedacht. Als wir heute vor dem Tor standen, um das Gelände zu betreten, wurden wir nicht von Stille empfangen, sondern von einem kleinen, bestens gelaunten, 7-jährigen Blondschopf. Er begrüßte uns herzlich und fragte direkt geschäftstüchtig nach, ob wir Fotos machen wollen. Was ein eloquentes Kerlchen und jetzt schon ein tüchtiger Geschäftsmann! Abkassiert hat er uns dann allerdings herrlich unprofessionell – eben ganz der Junior-Chef des Hauses.
Dieser Ort ist ohnehin kein klassischer „Lost Place“, denn er lebt von einem harten Kontrast: Während auf der einen Seite ganz normal gewohnt und das Leben genossen wird, stirbt auf der anderen Seite im Wald der Charme alter Autowracks.
Genau diese bizarre Mischung macht es aus. Man geht ein paar Schritte und steht plötzlich mitten im dichten Grün, wo 50 Oldtimer aus dem Jahr 1950 friedlich verrotten. Bäume brechen durch Motorhauben, Moos frisst sich durch den Lack. Es ist das pure Morbide direkt neben dem Alltag. Ein verdammt spannender Trip, der im Gedächtnis bleibt – nicht zuletzt wegen unserem jungen Empfangskomitee.