Die verlassene Bergbausiedlung
Als die Mine im Jahr 1925 eröffnet wurde, galt sie als technisches Wunderwerk. Mit ihren zwei 480 Meter tiefen Bergbauschächten war sie die modernste Anlage ihrer Zeit – ein stolzes Zentrum der Industrie, um das herum ganze Wohnsiedlungen entstanden. Doch der Fortschritt forderte einen grausamen Tribut: 197 Menschen ließen über die Jahrzehnte in der Tiefe dieser Schächte ihr Leben.
1998 endete die Ära der Kohleförderung endgültig. Die Schächte wurden verfüllt und das Gelände sich selbst überlassen. Bei unserem Besuch war es ruhig, sonnig und sehr warm. Wir konnten ungehindert auf die verlassenen Gebäude zugehen und sie erkunden. Man hörte absolut nichts – eine Ruhe lag über der Bergbausiedlung.
Plötzlich jedoch wurde die Ruhe durchbrochen: Aus einem der Fenster weit oben ertönte dezent ein fröhliches „Hello“. Zusammengeschreckt schauten wir nach oben und entdeckten Gleichgesinnte – Urbexer aus einem anderen Land, die genau wie wir diesen vergessenen Ort erkundeten.
Was bleibt, sind die leeren Hüllen einer Zeit, in der die Kohle das Gold der Region war, aber auch den höchsten Preis verlangte. Ein Ort, der heute zwischen tragischer Historie und dieser sonnigen Ruhe schwebt.