Heil- und Pflegeanstalt
Gut ausgerüstet und in friedlicher Atmosphäre betreten wir dieses verwaiste Areal, dessen Geschichte alles andere als friedlich ist. 1897 wurden hier die ersten Patienten mit psychischen Leiden aufgenommen. Damals war die Einrichtung eine streng hierarchisch geführte Anstalt, in der Disziplinierung an oberster Stelle stand – Therapie war ein Fremdwort. Besonders dunkel ist das Kapitel zwischen 1940 und 1945, als die Anstalt in die systematische Euthanasie einbezogen wurde. Ab 1947 nutzte man die Gebäude schließlich als Kindersanatorium.
Beim Anblick der Substanz drängt sich bei uns der Gedanke auf, dass hier alles nur noch auf den Abriss wartet. Viel zu entdecken gibt es nicht mehr. Einzig die römischen Ringe, die draußen im Freien stehen, zeugen von der Zeit als Kindersanatorium. Sie erinnern daran, dass hier einst Kinder hangelten – ob sie dabei glücklich oder unglücklich waren, bleibt heute im Verborgenen dieser Mauern.