NS Theater
Das warme Wetter zog uns heute magisch nach draußen, doch wir suchten keine normale Abkühlung. Unser Ziel lag versteckt im Wald, weit oben: Ein monumentales Relikt aus dunkler Zeit – die Thingstätte.
Schon der Aufstieg durch den Wald hatte etwas Erwartungsvolles. Doch als wir schließlich heraustraten, stockte uns kurz der Atem. Vor uns fraßen sich gewaltige, steile Tribünen wie ein antikes Amphitheater in den Hang. Man spürt sofort, dass dieser Ort eine Geschichte atmet.
Erbaut 1934–1935 von den Nationalsozialisten als gigantische Propagandabühne und von Joseph Goebbels persönlich eingeweiht, geschah kurz darauf das Skurrile: Die Erbauer verloren schlagartig das Interesse. Zurück blieb ein Größenwahn in Stein, der fast völlig ungenutzt im Wald vergessen wurde.
Während wir die endlosen Stufen hinaufstiegen und die monumentale Kulisse auf uns wirken ließen, entfaltete der Ort mitten im Grünen seine ganz eigene, faszinierende Wirkung. Kein Lärm, keine Absperrungen, nur das Rauschen der Blätter über den geschichtsträchtigen Steinen. Ein absolut magischer, aber auch mystischer Moment.
Für uns als Urbexer ein absolutes Must-See – besonders an einem warmen Tag wie heute, wenn das Sonnenlicht die Schatten dieses Ortes durchbricht.