Verlassener Tierpark

 

Zwischen 1972 und 1998 war dieser Tierpark berühmt für seine Bärenzucht. Doch die Fassade war verlogen: Im Eingangsbereich wurden die Jungen medienwirksam mit der Nuckelflasche gefüttert, nur um sie kurz darauf gewinnbringend zu verkaufen. Nachdem 1993 ans Licht kam, dass Tiere sogar an Schlachter abgegeben wurden, folgte 1998 die endgültige Schließung – die letzten sieben Bären waren laut Veterinäramt in einem erbärmlichen Zustand und völlig verhaltensgestört.

Als wir heute unten im Areal der Bärengehege standen, war die Wut und der Ekel für uns fast körperlich spürbar. Es ist ein zutiefst beklemmendes Gefühl, direkt vor diesen winzigen, verrosteten Käfigen zu stehen und die volle Härte der damaligen Grausamkeit zu begreifen. Wir waren total schockiert darüber, wie eng die Gitter tatsächlich gesetzt sind – ein ausgewachsener Bär hatte in diesen engen Verschlägen nicht einmal genug Platz, um sich auch nur ein einziges Mal umzudrehen.

Man kann das jahrelange Leid in diesen Gefängnissen förmlich noch immer nachvollziehen. Wo früher ahnungslose Kinder lachten, lastet heute eine bleierne, hässliche Stille über dem Rost. Ein Ort, der uns fassungslos zurücklässt und zeigt, wie skrupellos Profit über das Leben von Tieren gestellt wurde.